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Thomas74
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Musical Fidelity MX DAC

12. Feb 2018 22:32

Als ich das letzte mal bei Max Krieger im Laden war habe ich mit Claus über DACs unterhalten der dort mittlerweile die Digital Abteilung betreut (hifi10 - "einsnull").
Da ich seit meiner Entdeckung des Audio GD DAC 19 von dem Thema wieder schwer angefixt bin und da ich eh schon vor Ort war und es vielleicht doch etwas besser gehen könnte (ihr kennt ja alle diesen Gedankengang) wollte ich mir ein paar Favoriten zum Testen mit nach Hause nehmen.
Claus hat mir dann kurzerhand den Musical Fidelity in die Hand gedrückt, zudem habe ich den guten Max noch den recht verbreiteten Rega DAC abspenstig gemacht.

Seitdem sieht es in meinem Rack unter dem Tascam CD 200 den ich als Datenlieferanten verwende so aus :
P1010271.JPG


Den Anfang meiner Testreihe machte der Rega DAC-R.
Ein recht solides Gerät hat da Rega geschmiedet das richtig vertrauenserweckend schwer in der Hand liegt.
Der Klang den der kleine Engländer an meinen Röhrenverstärker an die Max weiterreichte hat mich ehrlich gesagt eher ernüchtert.
Grundton war da - das ist bei digitalen Quellen für mich ein sehr wichtiges Thema. Aber was war das mit den Stimmen.. sie wirkten auf mich eher nüchtern und brüchig.
Kein Vergleich mit meinem Audio GD der hier eher den sonor und stämmig den Stimmbereich schön auffächert.
Auch von der Detailwiedergabe in den Höhen gab sich der Rega irgendwie zugeschnürt .. ganz zu schweigen von der Ortbarkeit oder Separation der Instrumente.. 
Nach einer halben Stunde hatte ich das Gastspiel dann beendet und den kleinen dicken Klangriegel wieder in die Originalverpackung verortet.

Tja was sollte da noch kommen ?
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Thomas74
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Re: Musical Fidelity MX DAC

12. Feb 2018 23:09

Dann war der Musical Fidelity an der Reihe..
hmm was war das denn.. das Gehäuse her recht schön verarbeitet , das im Lieferumfang enthaltene Steckernetzteil ist nicht sehr vertrauenserweckend.. ein Ladegerät für ein Smartphone könnte nicht windiger sein. Max hat mir mit weiser Voraussicht gleich das Upgrade Netzteil von Musical Fidelity mitgegeben - das sich preislich mit seinen 160 Euro in einem vernünftigen Rahmen bewegt.
Tja dann gings los..  was mir sofort auffiel ist die enorme Detailliertheit die der MX DAC aus meinen Scheiben herausholt und das ohne dabei harsch zu klingen.
Ich höre ja - wie wahrscheinlich mittlerweile forenweit bekannt - besonders gerne melodischen Hardrock. Ein wichtiges Element dieser Musik sind die Chöre und Refrains.
Auf einer meiner Favoriten der letzten Jahre Overland - Stranded aus dem Album "Epic" konnte ich den Background Sänger klar umrissen hinter den Lead Sänger singen hören - das war schonmal sehr beeindruckend ! Eine solche klare Separation der Akteure kannte ich bisher nur von besonders gut produzierten Scheiben und nicht von meinen eher mittelmäßig tönenden Hardrock - Silberscheiben.
Ein weiteres Merkmal dieses Wandlers war diese ungeheure Grobdynamik die mir besonders bei der Wiedergabe des Schlagzeugs auffiel - ein solches Knallen und Knarzen der vom Drummer bearbeiteten Felle  kannte ich bisher nur von meinem alten Parasound D/AC 1600 HD (den ich mir vor kurzem erst wieder gebraucht zum Vergleich ins Haus holte).
Vorhin hatte ich eine meiner Lieblings CDs drin Jeffrey Gaines, den ich 1993 als Vorgruppe zu Tom Petty in der Münchener Olympiahalle sah.
Vorgruppe ist zuviel gesagt weil er auf dieser Tour nur alleine mit seiner Akustik Gitarre spielte.. obwohl er absolut unbekannt war nahm er die ganze Halle gefangen wie auch mich bis zum heutigen Tage höre ich immer wieder gerne sein Debut Album.
Ich habe noch nie diese Akzentuierung in seinem Akustik-Gitarrenspiel gehört,  diese Schattierungen beim Ausklingen der Saiten und dabei dieses absolut geniale Timing.. das ganze Instrument wurde nicht nur in seiner Körperhaftigkeit sondern auch in seiner Schnelligkeit glaubhaft abgebildet !

Im Vergleich dazu wirkt der Audio GD in den Höhen etwas zurückhaltend und betont rund  auch schafft er diese Separation der Instrumente / Musiker des Musical Fidelity nicht..
Dafür wirken besonders komprimierte CDs mit dem Audio GD etwas gnädiger.. der Musical Fidelity wirkt auf mich in allem straffer, schneller und auch realistischer.
Auch das Thema Grundton ist beim Musical Fidelity nicht problembehaftet.. akustische Gitarren bestehen auch aus Korpus und nicht nur aus Saiten.. Klavier wird ebenfalls mit Volumen wiedergegeben. Dabei ist der MX DAC kein besonders auf Analog getrimmter Sounder und das finde ich als alter Vinyl Fan sogar richtig gut !
Es ist das erste mal das ich merke daß in dem Medium CD soviel mehr stecken würde ... 

Ahja als Hinweis : Ich habe die Quellen zum Vergleich nicht penibel ausgepegelt.. von daher meinte ich lediglich die Unterschiede zu hören !
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Old Shatterhand
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Re: Musical Fidelity MX DAC

12. Feb 2018 23:12

Servus,
immer spannend sowas zu lesen, danke für die Mühen. :smile:

Der Rega (2,175 V.) spielt übrigens leiser als der Audio GD (2,5 V.). Der MF (2,0 V.) ist noch etwas leiser als der Rega.
http://www.rega.co.uk/dac-r-1.html

http://www.audio-gd.com/pro/dac/dac19/dac19en.htm

http://www.musicalfidelity.com/mx-dac

Ich wüsste gerne mal warum ich mich so schwer tue, bei den DA-Wandlern Unterschiede zu hören. Liegt das vlt. an den Horn LS? Die Odeon haben einem ganz klar vorgeführt, was vorgeschaltet war.

Ich will hier keine Höreindrücke in Frage stellen, das nur zur Sicherheit. :Bier:

Das heißt der MF samt Netzteil zieht jetzt bei dir ein? Was gefällt dir besser, Platte oder DA-Wandler (wobei du ja bekennender Analogfan bist).

Für den Satz: Ich meinte zu hören, hättest du den Hifi-Award des Jahrhunderts verdient. Ich finde den Satz so genial. :Knienieder:
 
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Thomas74
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Re: Musical Fidelity MX DAC

12. Feb 2018 23:35

Old Shatterhand hat geschrieben:
Das heißt der MF samt Netzteil zieht jetzt bei dir ein? Was gefällt dir besser, Platte oder DA-Wandler (wobei du ja bekennender Analogfan bist).

Für den Satz: Ich meinte zu hören, hättest du den Hifi-Award des Jahrhunderts verdient. Ich finde den Satz so genial. :Knienieder:

Hehe danke für die Blumen, Christian.
Also ich muß schon sagen daß mich der Musical Fidelity als Vinyl Fan schon sehr ins Zweifeln kommen läßt.
Diese Differenziertheit und Separation der Musiker die der MX DAC aus den SIlberlingen kitzelt ..schaffen nur wirklich sehr gut produzierte und gefertigte Analog Scheiben.. 
Der Digital Zweig hat bei mir mit dem Musical Fidelity deutlich aufgeholt und bringt meinen Analog Dreher immer öfter in Bedrängnis.. hier zeigt sich um so mehr daß es einfach auf die Produktion ankommt. Unterm Strich kann man sagen daß viele meiner besser produzierten LPs im Vergleich zur digitalen Ausgabe das Geschehen etwas satter und den Stimmbereich etwas natürlicher erscheinen lassen - Sänger wirken emotionaler die Becken des Schlagzeugs goldener und fülliger. 
Die digitale Version erscheint hier und da (nicht immer) kontrollierter und sauberer, aber immer auch einen Ticken nüchterner.
Aber wie gesagt kommt es immer auf die Produktion und das Mastering an.. beides macht Spaß !
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Old Shatterhand
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Re: Musical Fidelity MX DAC

12. Feb 2018 23:47

Danke abermals.

Mein Kopfkino lässt mir keine Ruhe, Erfahrungsgemäß werde ich mich wahrscheinlich eh wieder nicht trauen, aber mich treibt der Vinylgedanke z.Z. wieder um.

Daher finde ich dein Fazit besonders interessant. :Bier:

Ich hatte mir von dem Rega DAC-R eigentlich einen Sprung gegenüber meinem Focusrite iTrack solo DA-Wandler erhofft, aber anscheinend bin ich taub.

Bisher liegt der Vorteil für mich in der Fernbedienbarkeit und dem Anschluß des TV-Tons via Toslink. Auch der Audiolab MDAC klang für mich damals an meiner Anlage für mich nur sehr schwer unterscheidbar (wenn überhaupt) zum günstigen Focusrite iTrack solo DA-Wandler. Ich sitze allerdings auch nicht hochkonzentriert vor der Anlage und versuche Unterschiede zu hören (nicht auf jemanden bezogen und auch keine Veräppelung).

 
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Thomas74
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 00:29

Old Shatterhand hat geschrieben:
Danke abermals.

Mein Kopfkino lässt mir keine Ruhe, Erfahrungsgemäß werde ich mich wahrscheinlich eh wieder nicht trauen, aber mich treibt der Vinylgedanke z.Z. wieder um.

Daher finde ich dein Fazit besonders interessant. :Bier:

Ich hatte mir von dem Rega DAC-R eigentlich einen Sprung gegenüber meinem Focusrite iTrack solo DA-Wandler erhofft, aber anscheinend bin ich taub.

Ich sag mal so - seitdem ich den neuen Plattenspieler und den MX-DAC habe, kann ich den vielleicht etwas dick aufgetragenen Spruch der LINN Jünger "Garbage in Garbage Out" durchaus etwas abgewinnen. 
Die Quelle macht schon auch etwas aus !
Der Rega war auch für mich eher enttäuschend - also da geht schon noch was - meine ich zumindest..  :cola:
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MatthiasMuc951
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 06:51

Ich hab ja den MuFi M6scd CD Player und bin auch begeistert. Klingt einfach extrem dynamisch. Hat der MX auch Upsampling auf 192khz?

Ein Freund meinte sogar, dass mein RP8 mit 2M Black und MX Vynl dagegen fast langweilig klingt. Soweit würde ich nicht gehen, aber seitdem ich den m6scd habe, höre ich wieder auffallend viel CD, davor nur wenn ich halt unbedingt ein bestimmtes Album hören wollte.
 
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 08:58

MatthiasMuc951 hat geschrieben:
Ich hab ja den MuFi M6scd CD Player und bin auch begeistert. Klingt einfach extrem dynamisch. Hat der MX auch Upsampling auf 192khz?

Hallo Matthias,
hier sind die Daten des Wandlers bezüglich der Abtastraten an den jeweiligen Eingängen:

2 x optisch (bis zu 24 Bit 96 kHz)
2 x koaxial (bis zu 24 Bit 192 kHz) und
USB bis zu 24 Bit 192 kHz asynchron
Abtastraten-Wandler: SRC4392 - Upsampling bis 192kHz
Digital/Analog-Wandler: PCM1795 32 Bit / 192kHz Multi-Bit Sigma-Delta Typ

Lieber Gruß
:Kaffee:
Thomas
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Thomas74
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 09:23

MatthiasMuc951 hat geschrieben:
Ein Freund meinte sogar, dass mein RP8 mit 2M Black und MX Vynl dagegen fast langweilig klingt. Soweit würde ich nicht gehen, aber seitdem ich den m6scd habe, höre ich wieder auffallend viel CD, davor nur wenn ich halt unbedingt ein bestimmtes Album hören wollte.

Bei Deiner Analogkette hast Du ja noch ein paar Stellschrauben an der Du drehen könntest. Das 2M Black hat ja den Ruf sehr stämmig und erdig zu klingen - da könnte man mit einem anderen System schon noch etwas verändern. Auch bei mir ging dann der Gedankengang los vielleicht mein Dynavector 10x5 System durch ein das 10x5 neo zu ersetzen das in den Höhen und in Sachen Auflösung noch etwas besser sein soll.
Aber im Endeffekt haben wir mit unseren Geräten ein Niveau erreicht auf dem wohl schlichtweg die Qualität der Produktion des jeweiligen Musikträgers entscheidender über das Gehörte ist.
Wie sagt unser Uwe immer so treffend .. "Ach wir sind doch alle bekloppt.."  :lol:
Lieber Gruß
:Kaffee:
Thomas
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MatthiasMuc951
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 10:22

Das kam jetzt vielleicht falsch rüber: ich bin kein bisschen unzufrieden mit der analog Kette (die klingt schon noch seidiger) sondern einfach begeistert von meinem CDP.

Sprich: moderne, dynamische Sachen (Elektro, Rap)HipHop ) eher CD, "alte" Sachen (Jazz, Rock, Independent) sicher noch Vinyl.
 
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Thomas74
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Re: Musical Fidelity MX DAC

13. Feb 2018 12:38

MatthiasMuc951 hat geschrieben:
Das kam jetzt vielleicht falsch rüber: ich bin kein bisschen unzufrieden mit der analog Kette (die klingt schon noch seidiger) sondern einfach begeistert von meinem CDP.

Der M6SCD ist ja auch ein Wucht : Ein richtig schön gemachtes wertiges HiFi Gerät  - macht bestimmt viel Spaß mit ihm zu hören !
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Old Shatterhand
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Re: Musical Fidelity MX DAC

14. Mär 2018 19:01

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