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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

17. Jun 2019 00:33

Musik aus den 60-70'ern kommt einfach gut, kann nicht genug davon bekommen, zuerst Canned Heat, Freude pur, anschliessend Beatles am Laufmeter (Revolver, Sgt. Pepper, Magic Mystery, White...). Andererseits begeistert mich auch elektronische Musik / Elektropop mehr als auch schon, wie z.B. Pet Shop Boys. Der 519'er machts einfach irgendwie anders, angenehmer, mit viel Dynamik umd Kraft, Details ohne Ende. Er blendet und ermüdet nicht.
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

17. Jun 2019 00:41

...dirty old bastard...

...und die DC 10 T ist ein so schlechter Lautsprecher nicht...
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

27. Jun 2019 08:42

Letztes Wochenende wurde das Audioboard noch ein wenig optimiert, um mögliche Fehler- / Ausfallrisiken zu minimieren. Ebenso wurden die beiden Anschlussklemmen für Heizung und Betriebsspannung besser positioniert.

So langsam bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich mit einigermassen gutem Gewissen so ein Gerät in fremde Hände geben könnte.

Eine weitere gute Nachricht: Die mit Abstand teuersten Komponenten, die Ausgangsübertrager, sind massiv (ca. 1/3) günstiger geworden, in Zahlen ausgedrückt ~300 Stutz weniger für's Paar. :smile:

Edit: Auch bei der aktuellen Hitze kein Jammern und kein Klagen seitens Endstufe, was vom Anwender nicht behauptet werden kann, bzw. der Reiz, das Wohnzimmer zusätzlich zu beheizen, etwas gesunken ist, trotz eiskaltem "Suure-Moscht".
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

6. Jul 2019 15:22

Noch ein bisschen Werbung :mrgreen2::

Beim Audioboard wurde auf eine saubere Kanaltrennung geachtet. Jeder Kanal verfügt über einen eigenen, grosszügig bemessenen Elko, dem zudem jeweils ein grosser MKP-Kondensator zwecks "Verbesserung des Impulsverhaltens" parallel geschaltet wurde. Aus den jeweiligen "grossen Reservoirs" werden auch die "kleineren Reservoirs (Elko // MKP // Zener-Diode)" der Vorstufenröhren versorgt. Die Erzeugung der Hochspannung erfolgt aus einer einzigen Gleichrichter-/Siebschaltung, welche dann auf die beiden Kanäle aufgesplittet wird.

Die Endröhren arbeiten in Pentodenschaltung mit Kathoden-Gegenkopplung (CFB), was die Linearität verbessert und den Ausgangswiderstand der Endstufe senkt. Die Vorstufenröhren arbeiten gegenkopplungsfrei. Der Arbeitspunkt der Vorstufe wurde so auf die Endstufe abgestimmt, dass speziell bei kleiner Ausgangsleistung ein möglichst geringer Gesamtklirrfaktor resultiert.

Die Schirmgitter der Endröhren werden aus einer einfach stabilisierten Quelle versorgt. An dieser Stelle befindet sich auch der einzige Transistor des Audioboards, welcher eine EL84 als "Längselement" ansteuert. Die Verwendung einer Röhre an dieser Stelle erfolgte aus rein ästhetischen Gründen, zudem reicht da eine gebrauchte EL84 vollkommen, so quasi um ihr einen ruhigen Lebensabend zu bescheren. Aus diesem gemeinsamen Regler werden über getrennte RC-Zweige die Schirmgitter der Endröhren versorgt. Diese Massnahme sorgt einerseits für eine stabile Arbeitsweise der Endröhren, dient andererseits auch der Brummeliminierung. Durch diese Schaltung erübrigt sich auch eine sorgfältige Siebung der Anodenspannung, welche sonst bei SE-Endstufen notwendig ist. Zudem wird so an den Lautsprecherausgängen keine Ein-/Ausschaltüberbrückung notwendig. Das relativ sanfte Hoch- und Herunterfahren der Speisespannungen verhindert wirkungsvoll Ein-/Ausschaltgeräusche aus den Lautsprechern.

Die Endröhren verfügen über eine "feste" Gittervorspannung, die Arbeitspunkte werden über eine separate, relativ aufwendige Servoschaltung mit Operationsverstärkern automatisch eingestellt.

Allgemein sind sämtlichen Elkos im indirekten Signalweg (z.B. Speisung, Kathoden-Elkos) MKP's parallel geschaltet. Im direkten Signalweg (Koppelkondensator) befindet sich in jedem Kanal nur ein einziger MKP.

Die grosse Hauptmassefläche auf dem Audioboard sorgt einerseits für stabile Masseverhältnisse, dient andererseits auch der Wärmeabfuhr /-Verteilung, um ausgesprochene Leiterplatten-Hotspots z.B. im Bereich der Röhrenfassungen, speziell bei den Leistungsröhren, zu vermeiden. Die Vorstufe verfügt über eine eigene, satt an die Hauptmassefläche angekoppelte Massefläche. Allgemein wurde auf eine satte Masse-/Leiterbahnanbindung bei den höherkapazitiven Kondensatoren geachtet. Während der Versuchsphase brannte mir mal bei einem versehentlichen Kurzschluss der Hochspannung auf den Netzteilboard eine Leiterbahn-Durchkontaktierung durch. Etliche 100uF bei 400V sind nicht zu vernachlässigen, d.h. bei einen Röhrenkurzschluss dürfen die Leiterplatten keine Schäden mehr davontragen.

Die Heizspannung wird über breite Leiterbahnen zu den Röhren geführt und ist zusätzlich abgesichert, um ein Durchbrennen der Leiterbahnen im Kurzschlussfall zu vermeiden. Geheizt wird mit 6.3V Wechselspannung, eine saubere Leiterbahnführung verhindert unerwünschte Brummeinstreuungen wirkungsvoll.

Bein Einschalten wird die Hochspannung erst nach ca. 1 Minute zugeschaltet, die Einschaltphase wird durch das Blinken der LED im Netzschalter signalisiert.
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 08:43

Nicht zu vergessen:

Es wurden ausschliesslich hochwertige Elkos mit sehr hoher Lebensdauer verwendet. Allgemein wurden nur hochwertige Komponenten namhafter Hersteller verwendet, wie sie z.B. auch im Industrie- / Medizinaltechnik- / Automotive- / Rüstungssektor usw. eingesetzt werden.
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 08:57

Tischi, der Perfektionist - es geht eben nichts über Schweizer Präzision! :Respekt:
Der Vergleich ist das Ende vom Glück und der Beginn der Unzufriedenheit
 
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 10:58

:Dankeschild:

Das musste einfach mal sein, ein für meinen Geschmack wirklich "vollendetes" Projekt. Kompromisslos vielleicht nicht, etwas ginge immer noch, aber ich glaube einen hervorragenden Level erreicht zu haben.

Wie es klanglich bei anderen ankommt, kann ich nicht beurteilen, aber zumindest haben die paar nicht audiophil veranlagten Hörer, welche die Endstufe bislang gehört haben, nur positive Worte verloren. Besonders erwähnt wurde der "volle Sound" selbst bei Hintergrundlautstärke, wobei voll keineswegs schwammig und brummig bedeutet, sondern präzise, schnelle, klare Bässe. Allgemein klingt alles schön klar und detailiert, eine rundum saubere, dynamische Sache. Irgendwie ein wenig unröhrig, aber doch anders. Und wer über effiziente Lautsprecher verfügt, keine brachialen Pegel fährt, aber trotzdem etwas Respekt vor der nominell niedrigen Ausgangsleistung hat, braucht vor dieser Endstufe wirklich keine Angst zu haben, die hat für mein Empfinden genügend Rumms und Reserve auch bei gehobener Lautstärke. Aber das ist natürlich rein subjektiv...
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

14. Jul 2019 23:53

Nach ein wenig "Cabrio Classics"-Träumerei jetzt "Synthétiseur 9" mit The Conquest Of Paradise am Anfang, definitiv erobert mit dem 519'er. Mittendrin, statt nur dabei....

Und ja, bei einer Reise nach D wird er sicher in meinem Kofferraum sein.
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Aug 2019 08:14

Eine Treiberboard-Leiterplatte für die ECC83 wird gerade hergestellt...
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Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

11. Aug 2019 13:06

Der 519'er kann zusammen mit meinen DC-10T auch ziemlich, bzw. zu laut. Kürzlich habe ich mal aus Spass Vince Montanas "Who Needs Enemies (With A Friend Like You)" richtig laut aufgedreht, dann aber kam Nadiyah's äusserst impulsive Solo-Stimme am Anfang derart laut herüber, dass ich jetzt in einem bestimmten, schmalen Frequenzbereich (oberen Stimmenbereich) ab einer gewissen Lautstärke ein überlagertes "klingeln" höre, was glücklicherweise aber langsam nachlässt. :roll:

Aber trotz hoher Lautstärke kam alles glasklar und sauber herüber...
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