Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

17. Jun 2019 00:33

Musik aus den 60-70'ern kommt einfach gut, kann nicht genug davon bekommen, zuerst Canned Heat, Freude pur, anschliessend Beatles am Laufmeter (Revolver, Sgt. Pepper, Magic Mystery, White...). Andererseits begeistert mich auch elektronische Musik / Elektropop mehr als auch schon, wie z.B. Pet Shop Boys. Der 519'er machts einfach irgendwie anders, angenehmer, mit viel Dynamik umd Kraft, Details ohne Ende. Er blendet und ermüdet nicht.
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

17. Jun 2019 00:41

...dirty old bastard...

...und die DC 10 T ist ein so schlechter Lautsprecher nicht...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

27. Jun 2019 08:42

Letztes Wochenende wurde das Audioboard noch ein wenig optimiert, um mögliche Fehler- / Ausfallrisiken zu minimieren. Ebenso wurden die beiden Anschlussklemmen für Heizung und Betriebsspannung besser positioniert.

So langsam bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich mit einigermassen gutem Gewissen so ein Gerät in fremde Hände geben könnte.

Eine weitere gute Nachricht: Die mit Abstand teuersten Komponenten, die Ausgangsübertrager, sind massiv (ca. 1/3) günstiger geworden, in Zahlen ausgedrückt ~300 Stutz weniger für's Paar. :smile:

Edit: Auch bei der aktuellen Hitze kein Jammern und kein Klagen seitens Endstufe, was vom Anwender nicht behauptet werden kann, bzw. der Reiz, das Wohnzimmer zusätzlich zu beheizen, etwas gesunken ist, trotz eiskaltem "Suure-Moscht".
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

6. Jul 2019 15:22

Noch ein bisschen Werbung :mrgreen2::

Beim Audioboard wurde auf eine saubere Kanaltrennung geachtet. Jeder Kanal verfügt über einen eigenen, grosszügig bemessenen Elko, dem zudem jeweils ein grosser MKP-Kondensator zwecks "Verbesserung des Impulsverhaltens" parallel geschaltet wurde. Aus den jeweiligen "grossen Reservoirs" werden auch die "kleineren Reservoirs (Elko // MKP // Zener-Diode)" der Vorstufenröhren versorgt. Die Erzeugung der Hochspannung erfolgt aus einer einzigen Gleichrichter-/Siebschaltung, welche dann auf die beiden Kanäle aufgesplittet wird.

Die Endröhren arbeiten in Pentodenschaltung mit Kathoden-Gegenkopplung (CFB), was die Linearität verbessert und den Ausgangswiderstand der Endstufe senkt. Die Vorstufenröhren arbeiten gegenkopplungsfrei. Der Arbeitspunkt der Vorstufe wurde so auf die Endstufe abgestimmt, dass speziell bei kleiner Ausgangsleistung ein möglichst geringer Gesamtklirrfaktor resultiert.

Die Schirmgitter der Endröhren werden aus einer einfach stabilisierten Quelle versorgt. An dieser Stelle befindet sich auch der einzige Transistor des Audioboards, welcher eine EL84 als "Längselement" ansteuert. Die Verwendung einer Röhre an dieser Stelle erfolgte aus rein ästhetischen Gründen, zudem reicht da eine gebrauchte EL84 vollkommen, so quasi um ihr einen ruhigen Lebensabend zu bescheren. Aus diesem gemeinsamen Regler werden über getrennte RC-Zweige die Schirmgitter der Endröhren versorgt. Diese Massnahme sorgt einerseits für eine stabile Arbeitsweise der Endröhren, dient andererseits auch der Brummeliminierung. Durch diese Schaltung erübrigt sich auch eine sorgfältige Siebung der Anodenspannung, welche sonst bei SE-Endstufen notwendig ist. Zudem wird so an den Lautsprecherausgängen keine Ein-/Ausschaltüberbrückung notwendig. Das relativ sanfte Hoch- und Herunterfahren der Speisespannungen verhindert wirkungsvoll Ein-/Ausschaltgeräusche aus den Lautsprechern.

Die Endröhren verfügen über eine "feste" Gittervorspannung, die Arbeitspunkte werden über eine separate, relativ aufwendige Servoschaltung mit Operationsverstärkern automatisch eingestellt.

Allgemein sind sämtlichen Elkos im indirekten Signalweg (z.B. Speisung, Kathoden-Elkos) MKP's parallel geschaltet. Im direkten Signalweg (Koppelkondensator) befindet sich in jedem Kanal nur ein einziger MKP.

Die grosse Hauptmassefläche auf dem Audioboard sorgt einerseits für stabile Masseverhältnisse, dient andererseits auch der Wärmeabfuhr /-Verteilung, um ausgesprochene Leiterplatten-Hotspots z.B. im Bereich der Röhrenfassungen, speziell bei den Leistungsröhren, zu vermeiden. Die Vorstufe verfügt über eine eigene, satt an die Hauptmassefläche angekoppelte Massefläche. Allgemein wurde auf eine satte Masse-/Leiterbahnanbindung bei den höherkapazitiven Kondensatoren geachtet. Während der Versuchsphase brannte mir mal bei einem versehentlichen Kurzschluss der Hochspannung auf den Netzteilboard eine Leiterbahn-Durchkontaktierung durch. Etliche 100uF bei 400V sind nicht zu vernachlässigen, d.h. bei einen Röhrenkurzschluss dürfen die Leiterplatten keine Schäden mehr davontragen.

Die Heizspannung wird über breite Leiterbahnen zu den Röhren geführt und ist zusätzlich abgesichert, um ein Durchbrennen der Leiterbahnen im Kurzschlussfall zu vermeiden. Geheizt wird mit 6.3V Wechselspannung, eine saubere Leiterbahnführung verhindert unerwünschte Brummeinstreuungen wirkungsvoll.

Bein Einschalten wird die Hochspannung erst nach ca. 1 Minute zugeschaltet, die Einschaltphase wird durch das Blinken der LED im Netzschalter signalisiert.
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 08:43

Nicht zu vergessen:

Es wurden ausschliesslich hochwertige Elkos mit sehr hoher Lebensdauer verwendet. Allgemein wurden nur hochwertige Komponenten namhafter Hersteller verwendet, wie sie z.B. auch im Industrie- / Medizinaltechnik- / Automotive- / Rüstungssektor usw. eingesetzt werden.
 
Benutzeravatar
Hornvirus
Beiträge: 1732
Registriert: 17. Mai 2013 18:51
Wohnort: Mitten in der Oberpfalz

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 08:57

Tischi, der Perfektionist - es geht eben nichts über Schweizer Präzision! :Respekt:
Der Vergleich ist das Ende vom Glück und der Beginn der Unzufriedenheit
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Jul 2019 10:58

:Dankeschild:

Das musste einfach mal sein, ein für meinen Geschmack wirklich "vollendetes" Projekt. Kompromisslos vielleicht nicht, etwas ginge immer noch, aber ich glaube einen hervorragenden Level erreicht zu haben.

Wie es klanglich bei anderen ankommt, kann ich nicht beurteilen, aber zumindest haben die paar nicht audiophil veranlagten Hörer, welche die Endstufe bislang gehört haben, nur positive Worte verloren. Besonders erwähnt wurde der "volle Sound" selbst bei Hintergrundlautstärke, wobei voll keineswegs schwammig und brummig bedeutet, sondern präzise, schnelle, klare Bässe. Allgemein klingt alles schön klar und detailiert, eine rundum saubere, dynamische Sache. Irgendwie ein wenig unröhrig, aber doch anders. Und wer über effiziente Lautsprecher verfügt, keine brachialen Pegel fährt, aber trotzdem etwas Respekt vor der nominell niedrigen Ausgangsleistung hat, braucht vor dieser Endstufe wirklich keine Angst zu haben, die hat für mein Empfinden genügend Rumms und Reserve auch bei gehobener Lautstärke. Aber das ist natürlich rein subjektiv...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

14. Jul 2019 23:53

Nach ein wenig "Cabrio Classics"-Träumerei jetzt "Synthétiseur 9" mit The Conquest Of Paradise am Anfang, definitiv erobert mit dem 519'er. Mittendrin, statt nur dabei....

Und ja, bei einer Reise nach D wird er sicher in meinem Kofferraum sein.
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

8. Aug 2019 08:14

Eine Treiberboard-Leiterplatte für die ECC83 wird gerade hergestellt...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

11. Aug 2019 13:06

Der 519'er kann zusammen mit meinen DC-10T auch ziemlich, bzw. zu laut. Kürzlich habe ich mal aus Spass Vince Montanas "Who Needs Enemies (With A Friend Like You)" richtig laut aufgedreht, dann aber kam Nadiyah's äusserst impulsive Solo-Stimme am Anfang derart laut herüber, dass ich jetzt in einem bestimmten, schmalen Frequenzbereich (oberen Stimmenbereich) ab einer gewissen Lautstärke ein überlagertes "klingeln" höre, was glücklicherweise aber langsam nachlässt. :roll:

Aber trotz hoher Lautstärke kam alles glasklar und sauber herüber...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

19. Okt 2019 13:35

Mal wieder ein paar ausgesuchte Titel wie Kraut und Rüben in einer ziemlich nachbarfeindlichen Lautstärke durcheinander gehört. Dabei auch zwei Stücke mit heftigem Tritt gegen die Bassmembranen, dann kurz und knackig ins Zwerchfell, gleichzeitig kam auch der Rest gewohnt sauber herüber, keinerlei Anzeichen von Überforderung. Schon geil...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

9. Nov 2019 12:57

So sieht das Teil übrigens von unten aus:

20191109tis_Boden_kl.jpg
20191109tis_Boden_kl.jpg (251.45 KiB) 1004 mal betrachtet


Da der Netztrafo gerade ein wenig zu hoch ist und ich unbedingt das nächsthöhere Gehäuse vermeiden wollte, kam ich auf die Idee, um den Trafo herum ein grosses Loch ins Bodenblech fräsen zu lassen und darüber ein Lüfterschutzgitter zu platzieren. Der Netztrafo bekommt so ganz nebenbei auch noch etwas mehr Frischluft. Meine Idee war ja immer, die Konvektion möglichst gut zur Gehäusebelüftung zu verwenden. Die Luft um den Trafo herum wird erwärmt, steigt auf und "saugt" dabei von unten her kühlere Luft ins Gehäuse. Auf der Oberseite geschieht bei den Röhren etwas ähnliches, dabei "saugen" sie durch die Öffnungen die Luft wieder aus dem Gehäuse heraus. Das sorgt für eine minimale, aber wirkungsvolle Durchlüftung des Gehäuses, was schlussendlich der Lebensdauer zugute kommt.
Da ich das Moppelchen sowieso wegen der Transportbox in die Finger nehmen musste, habe ich nach etlichen 100 Betriebsstunden (müssten schon über 500 sein) alles mal wieder begutachtet und die Betriebswerte ausgemessen. Praktisch noch wie am ersten Tag.
 
Benutzeravatar
Horn-ophil
Moderator
Beiträge: 1080
Registriert: 12. Dez 2012 14:45
Wohnort: Home of the hessisch "Land-Day"

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

9. Nov 2019 16:42

Gute Idee. Saugt man dadurch aber nicht auch verhältnismäßig viel Staub in den Innenraum?

Viele Grüße
René
- Carpe that fucking diem -
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

9. Nov 2019 17:19

Saugen ist eigentlich masslos übertrieben, es ist ja kein Lüfter verbaut, darum auch in Anführungszeichen.
Konvektionskühlung ist ja nichts spezielles, geschieht bei jedem Rippenkühlkörper, z.B. bei passiv gekühlten Transistorendstufen. Dort folgt der Staub eigentlich nur den Gesetzen der Schwerkraft, d.h. er fällt von oben durch die Lüftungsöffnungen und lagert sich im Gerät drin ab. Bei sehr hohen Spannungen, wie z.B. bei alten Röhren-TV's, kommen noch elektrostatische Kräfte hinzu, welche Staub anziehen.
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

21. Nov 2019 14:23

Bei der nächsten Layout-Version des 519'ers verteile ich noch ein wenig Glitzerstaub und Lametta auf der Leiterplatte:

20191121_141156.jpg
20191121_141156.jpg (163.33 KiB) 823 mal betrachtet


Orange-Drops und Silver-Mica-Kondensatoren.
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

7. Dez 2019 17:07

Kürzlich bin ich betreffend Treiberschaltung für meinen 519'er auf eine ziemlich absurde Idee gekommen, nach dem Motto: "Was wäre wenn...". Die ECF80 als Treiberröhre liess mich nie in Ruhe, nur wollte mir die optimale Anpassung einfach nie gelingen. Aber dann, man nehme eine ECF80, sechs Widerstände, einen 100pF-Kondensator und eine einzige, saubere Speisespannung und fertig ist der Zauber. Herausgekommen ist eine Schaltung, wie ich sie noch nie gesehen habe, ungewöhnlich, simpel und einfach nur geil. Die folgenden Fotos entstanden an meinem Versuchsbrett, mit gewöhnlichen Ausgangsübertragern und nicht den tollen Ringkernern. Ausgangsspannungen an 8 Ohm.

Hier Eingangs- und Ausgangssignal übereinander gelegt, einfach wunderschön:

20191207tis_ECF80Driver1.jpg
20191207tis_ECF80Driver1.jpg (90.71 KiB) 700 mal betrachtet


Schon relativ weit ausgesteuert, langsam macht sich die Nichtlinearität der Endröhre bemerkbar:

20191207tis_ECF80Driver2.jpg
20191207tis_ECF80Driver2.jpg (94.73 KiB) 700 mal betrachtet


Als Sinus, knapp 10W Ausgangsleistung:

20191207tis_ECF80Driver3.jpg
20191207tis_ECF80Driver3.jpg (89.09 KiB) 700 mal betrachtet


Sinus bei 15W Ausgangsleistung (Nennleistung):

20191207tis_ECF80Driver4.jpg
20191207tis_ECF80Driver4.jpg (86.77 KiB) 700 mal betrachtet


Frequenzgang, im oberen Bereich macht sich die geringere Bandbreite der verwendeten Ausgangsübertrager bemerkbar. Mit den Ringkernern wirds dann anders aussehen:

20191207tis_ECF80Driver5.jpg
20191207tis_ECF80Driver5.jpg (91.78 KiB) 700 mal betrachtet


Ich jubelte vor Freude. :Dance:
Der nächste Schritt ist daraus ein Treiberboard für meinen 519'er zu entwerfen. Es gibt weiterhin keine Über-Alles-Gegenkopplung :cool:
 
Benutzeravatar
Unison12
Beiträge: 1517
Registriert: 4. Mai 2012 18:54
Wohnort: Thüringen

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

7. Dez 2019 17:55

Hallo Tischi
Ich lese bei dir immer mit, Tipps kann ich dir nicht geben.
Viel Spaß
Man hört nie aus

Uwe
 
Benutzeravatar
Hornvirus
Beiträge: 1732
Registriert: 17. Mai 2013 18:51
Wohnort: Mitten in der Oberpfalz

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

7. Dez 2019 19:56

Guten Abend Simon,

herzlichen Glückwunsch zu deiner genial gelungenen Schaltungsentwicklung,
das verdiente Glück des Tüchtigen :Knienieder: :Respekt:
Der Vergleich ist das Ende vom Glück und der Beginn der Unzufriedenheit
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

16. Dez 2019 09:00

@Josef

Genial gelungen... naja... weitere Experimente zeigten, dass diese Schaltung zwar tolle Ergebnisse erzielen kann, leider ist es aber auch eine ziemliche Fummelschaltung, was den Wert erheblich relativiert. Spass machte es aber trotzdem.

Am Wochenende habe ich wieder die gute 5670W-Doppeltriode hervorgekramt und eine zweistufige Schaltung aufgebaut. Die erste Stufe sollte nur marginal und möglichst linear verstärken, die zweite hingegen wie gehabt, inkl. Endröhrenanpassung. Die Bandbreite sollte beibehalten werden. Damit die Gesamtverstärkung nicht durch die Decke ging, musste ich bei der 1. Stufe etwas tricksen und so sieht die Schaltung nun etwas eigenwillig aus. Aber auch über mehrere 5670W, chinesische und russische 6n3p hinweg funktionierte die Schaltung einwandfrei. Veröffentlichen will ich diese Schaltung nicht, aufbauen und anhören hingegen schon. Die Schaltung hat aber immer noch etwas zuviel Verstärkung, weshalb ich gegen meine Prinzipien mal eine Über-Alles-Gegenkopplung von ~11.5dB versuchen werde. Damit beträgt die Gesamtverstärkung knapp 28dB, etwa 500mV Eingangsspannung für 15W am Ausgang. Dämpfungsfaktor ~11.

Hier das Spektrum am Verstärkerausgang bei ca. 1W an 8 Ohm, ohne Gegenkopplung! Der erste Buckel ist die Grundschwingung (1kHz), nach rechts die 2. - 9. Harmonische. 20dB/Einheit. Die 2. existiert nur noch ganz minimal, die folgenden knapp 60dB (1000x) und mehr tiefer. Eigentlich ist dafür mein Generator schon zu unsauber.

20191215tis_5670W_1W_oGk.jpg
20191215tis_5670W_1W_oGk.jpg (165.98 KiB) 563 mal betrachtet


Hier bei 15W, die 2. immer noch gut im Griff, die 3. präsent, ohne Gegenkopplung.

20191215tis_5670W_15W_oGk.jpg
20191215tis_5670W_15W_oGk.jpg (162.42 KiB) 563 mal betrachtet
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

2. Jan 2020 13:34

Zuallererst allen nachträglich noch einen guten Start ins neue Jahrzehnt :Bier:

Die freien Tage bin ich nicht untätig gewesen: Ich habe die Treiberschaltung auf dem Versuchsaufbau noch ein wenig optimiert, anschliessend alles auf eine Leiterplatte gebracht und diese eben bestellt. Zwei Röhren inkl. Beschaltung und Speisung auf einem relativ kleinen Leiterplättchen von 100x63mm sauber unterzubringen sind immer wieder eine kleine Herausforderung, aber die symmetrische Sockelbeschaltung der 5670W kommt einem da sehr gelegen. Damit steht nun etlichen Hörversuchen im heimischen Wohnzimmer nicht mehr viel entgegen.

Diese Schaltung habe ich auch bereits in die grosse Verstärkerleiterplatte eingearbeitet. Optional kann ich die Endstufe bei Bedarf nun auch in einen Vollverstärker mit Lautstärkepoti und Eingangsumschalter (3-fach, für mehr fehlte der Platz) aufrüsten. Das Lautstärkepoti (ALPS, ohne Motor) befindet sich auf einer eigenen kleinen Leiterplatte, welche auf die grosse Verstärkerleiterplatte gesteckt und mit ihr servicefreundlich verschraubt werden kann. Für den Eingangsumschalter habe ich ebenso eine kleine Leiterplatte entworfen, welche von innen auf die Geräterückseite geschraubt wird. Die sechs Cinch-Buchsen werden direkt stabil mit der Leiterplatte verschraubt, was auch für eine saubere Masseverbindung sorgt, die Massen L/R sind getrennt. Die Leiterplatte trägt auch einen guten ELMA-Drehschalter mit hartvergoldeten Kontakten, welcher gemäss Datenblatt für mindestens 25'000 Schaltzyklen ausgelegt sein soll. Die Achse wird zur Frontplatte hin verlängert...
 
Benutzeravatar
Horn-ophil
Moderator
Beiträge: 1080
Registriert: 12. Dez 2012 14:45
Wohnort: Home of the hessisch "Land-Day"

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

2. Jan 2020 20:37

Tischi!.....wir wollen Bilder :lol: :Bier:
Das liest sich alles schon sehr vielversprechend.

Viele Grüße 
René 
- Carpe that fucking diem -
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

2. Jan 2020 23:29

Existiert ja erst auf dem "Papier" :wink:
 
Benutzeravatar
Wolfgang_M.
Beiträge: 1132
Registriert: 14. Apr 2009 10:35
Wohnort: Hessen - das (gelobte) Ebbelwoi-Land

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

3. Jan 2020 13:49

Da gehört ein Motorpoti dran - vor allem für ältere Herrschaften!  :Ansage:

Und wie René schon anmerkte - es fehlen noch die "Beweisfotos".  :mrgreen2:
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

3. Jan 2020 14:01

Für einen Motor habe ich im Moment keinen Platz, und zu einem Motor gehört ja auch noch eine Steuereinheit inkl. Fernbedienung.

Aber etwas in der Richtung würde ja auch gehen: https://www.amazon.de/Oase-40291-EasyPick/dp/B00NWOLNU :mrgreen2:

Eventuell reicht der auch bis zum Snackschrank oder zur Bar... :lol2:

Fotos gibt es wie erwähnt keine, da erst konstruiert. Erst mal steht der Test der Treibereinheit an...
 
Benutzeravatar
Tischi
Thema Autor
Beiträge: 958
Registriert: 14. Apr 2009 23:41
Wohnort: Im kleinen Land der vielen Käse und hohen Berge

Re: Besessen von einem dreckig klingenden Pentoden Amp-Selbstbau

3. Jan 2020 16:07

@Wolfgang

Ein Motorpoti wäre schon eine coole Sache, aber nüchtern betrachtet wird dieser Verstärker sowieso ein Einzelstück bleiben und ich brauche weder einen Lautstärkeregler noch einen Signalumschalter, da ich ja einen guten Vorverstärker habe. Bei der Verstärkerplatine habe ich streng darauf geachtet, dass aus meiner Sicht alles am richtigen Ort sitzt und die Verbindungen so kurz wie möglich sind, auch zu den lokalen Speisungen, welche einen erheblichen Teil der 250x118mm grossen Leiterplatte belegen. Ein dickes Poti mit Motor passt da überhaupt nicht hinein, ausser ich gestalte die Verstärkerplatine signifikant um. Ein Alps RK27 Stereopoti habe ich als aufsteckbare Komponente mit Glück gerade eben so platzieren können, für meine Begriffe am besten Ort.

Das ganze hat sowieso etwas den Charakter einer Machbarkeitsstudie, aber sie funktioniert für mich recht gut. Wenn die neue Eingangsstufe meine Erwartungen erfüllt, werde ich eventuell das Ganze in einen Vollverstärker (ohne Motorpoti) umbauen, nur um zu sehen, ob all die nachträglichen Optimierungen und Ergänzungen brauchbar sind.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste