schiff1108
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Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

29. Sep 2020 20:51

Ich habe eine Frage zu diesem Röhrenverstärker und dessen Autobias Funktion.

Ich würde gerne wissen, ob dieser Verstärker eine vollwertige Autobias Funktion hat oder man bei einem Fachhändler den Ruhestrom einstellen lassen muss, wenn man die Röhre wechselt. Ich lese immer wieder hierzu etwas bzgl der Unison Röhrenverstärker. 
Wenn das so wäre, frage ich mich insbesondere,
1) warum diese Möglichkeit nicht wie z.B. beim S6 MKII als Feature "zuhause" eingestellt werden kann.  
2) was könnte passieren, wenn ich eine Röhre verwende ohne diese Ruhestromanpassung vorzunehmen? Könnte etwas eher kaputt gehen, bzw. kürzer halten? Oder ist es "nur" eine Frage des Klangs?
3) Welches Messgerät bräuchte ich, um diese Einstellung selbst vorzunehmen?

Vielen Dank für Eure Hilfe.
 
schiff1108
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

29. Sep 2020 21:35

Ich habe in verschiedenen Foren und Beiträgen gelesen, dass Unison Research einen "eingeschränkten" Regelbereich für Autobias hat und dass bei einem Röhrenwechsel, dann doch manuell geregelt werden müsse.
Den Deutsche Vertrieb habe ich auf Nachfrage verstanden, dass "nur Röhren mit geringem Ruhestrom" werksseitig zum Einsatz kommen und keinee mit hohem Ruhestrom verwendet werden dürfe und eine neue Einstellung vorzunehmen. Ich bin aber Laie und mag das falsch verstanden haben. 
 
schiff1108
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

30. Sep 2020 21:23

Danke @Thomas74 für Deine Antworten.
Nun. Ich habe nichts von Tube Rolling geschrieben und habe das auch nicht vor.  8-) Warum sollte ich?
Der Grund meiner Fragen liegt darin, dass ich aktuell noch die Option habe, den Verstärker wieder zurück zugeben.
Ich habe also keine Zitate aus dem Internet gesucht, sondern wirkliche konkrete Erfahrungen mit diesem Verstärker.
Wenn jemand hier Erfahrungen hat, freue ich mich weiterhin um entsprechende Beiträge.  :)
 
Peter V.
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

30. Sep 2020 22:11

schiff1108 hat geschrieben:
Ich habe in verschiedenen Foren und Beiträgen gelesen, dass Unison Research einen "eingeschränkten" Regelbereich für Autobias hat und dass bei einem Röhrenwechsel, dann doch manuell geregelt werden müsse.

Wenn Röhren mit Autobias betrieben werden gibt es im Allgemeinen keinen weiteren Regler um etwas einzustellen.
Du darfst nur keine anderen Röhrentypen verwenden.

Gruß
Peter
 
schiff1108
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

10. Okt 2020 21:28

Zunächst vielen Dank für alle Beiträge zu diesem Thema. :Dankeschild:

Ich habe etwas weiter zu meinem Thema recherchiert und mich direkt an den Hersteller in Italien gewendet. Er hat mir bestätigt - im Widerspruch zum Vertrieb in Deutschland -, dass ich jede beliebige Röhre gleich Typs verwenden darf, ohne dass der Kundendienst oder ein anderes Fachgeschäft gehört werden muss oder Anpassungen vornehmen muss. Es muss sich nur um eine Röhre gleichen Typs handeln. Soweit so gut.

Dann dachte ich mir, dass ich doch nun selbst den Ruhestrom der KT88 messen und testen könnte, trotz Autobias. Ich habe auf http://www.tube-town.de das Dokument "Bias-Einstellung" gefunden und mich an diese Anweisung bei der Messung gehalten.

1) Zuerst habe ich die Anodenspannung gemessen:
die beiden linken Röhren: 305 V
die beiden rechten Röhren: 325 V
2) Dann habe ich den Soll-Ruhestrom ermittelt. Im Internet habe ich gefunden, dass die KT88 eine spezifizierte Anodenverlustleistung von 42 W hat.
Mit folgender Berechnung habe ich den Soll-Ruhestrom ermittelt: 42 W / 300 V = 140 mA
3) Danach habe ich den Ruhestrom mit Hilfe eines Messadapters gemessen.
Ergebnis: links 92 mV und rechts 95 mV
4) Habe dann eine andere Röhre genommen. Eine Psvanne T-Series MkII.
Ergebnis: rechts 86 mV (links fehlt noch)

Als - noch - Laie frage ich mich nun folgendes.
1) Warum ist die Anodenspannung  und der Ruhestrom nicht gleich auf beiden Seiten? Was ist davon die Auswirkung?
2) Habe ich den Soll-Ruhestromwert richtig ermittelt? Mache ich einen grundsätzlichen, gedanklichen Fehler bei meiner Messung?
3) Warum ist der gemessene Ruhestrom erheblich kleiner als der Sollwert? Ist das ein Fehler oder so gewollt?
4) Warum hat eine andere Röhre einen noch kleineren Ruhestrom? Sollte Autobias diesen Werte nicht gleichsetzen? Oder könnte es sein, dass die Autobias-Schaltung noch andere Parameter berücksichtigt? Wenn ja, welche?

Kurz zum Klangunterschied zwischen Psvanne und Gold Lion. Ja. Es gibt Klangunterschiede. Nicht besser oder schlechter. Aber anders. Ich will darauf jetzt nicht eingehen.

Ich bin auf Eure Antworten, Kommentare und Beiträge gespannt. Schon jetzt vielen Dank. 

Gruß Gerhard (aus Frankfurt)
 
Peter V.
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

10. Okt 2020 23:19

schiff1108 hat geschrieben:
Dann dachte ich mir, dass ich doch nun selbst den Ruhestrom der KT88 messen und testen könnte, trotz Autobias. Ich habe auf http://www.tube-town.de das Dokument "Bias-Einstellung" gefunden und mich an diese Anweisung bei der Messung gehalten.

1) Zuerst habe ich die Anodenspannung gemessen:
die beiden linken Röhren: 305 V
die beiden rechten Röhren: 325 V
2) Dann habe ich den Soll-Ruhestrom ermittelt. Im Internet habe ich gefunden, dass die KT88 eine spezifizierte Anodenverlustleistung von 42 W hat.
Mit folgender Berechnung habe ich den Soll-Ruhestrom ermittelt: 42 W / 300 V = 140 mA
3) Danach habe ich den Ruhestrom mit Hilfe eines Messadapters gemessen.
Ergebnis: links 92 mV und rechts 95 mV
4) Habe dann eine andere Röhre genommen. Eine Psvanne T-Series MkII.
Ergebnis: rechts 86 mV (links fehlt noch)

Als - noch - Laie frage ich mich nun folgendes.
1) Warum ist die Anodenspannung  und der Ruhestrom nicht gleich auf beiden Seiten? Was ist davon die Auswirkung?
2) Habe ich den Soll-Ruhestromwert richtig ermittelt? Mache ich einen grundsätzlichen, gedanklichen Fehler bei meiner Messung?
3) Warum ist der gemessene Ruhestrom erheblich kleiner als der Sollwert? Ist das ein Fehler oder so gewollt?
4) Warum hat eine andere Röhre einen noch kleineren Ruhestrom? Sollte Autobias diesen Werte nicht gleichsetzen? Oder könnte es sein, dass die Autobias-Schaltung noch andere Parameter berücksichtigt? Wenn ja, welche?

Kurz zum Klangunterschied zwischen Psvanne und Gold Lion. Ja. Es gibt Klangunterschiede. Nicht besser oder schlechter. Aber anders. Ich will darauf jetzt nicht eingehen.

Ich bin auf Eure Antworten, Kommentare und Beiträge gespannt. Schon jetzt vielen Dank. 

Gruß Gerhard (aus Frankfurt)

Hallo Gerhard,

Ich nehme an die Endstufen laufen im A-Betrieb?
Die Anodenverlustleistungsgrenze von 42W würde ich nicht ausnutzen, sondern 10% darunter bleiben um genügend Luft für Netzspannungsschwankungen zu lassen.
Unterschiedliche Anodenspannungen verursachen zwangsläufig unterschiedliche Anodenströme.
Möglicherweise wird jedoch die Summe aus Anodenstrom und Schirmgitterstrom gemessen wenn die Strommessung an der Katode erfolgt.
Autobias erzeugt eine Gittervorspannung durch Spannungsabfall hervorgerufen durch diese Ströme an einem Katodenwiderstand.
Der positive Spannungsbfall an der Katode wirkt als negative Gitter 1 Spannung weil die Katode bei Röhren immer das Bezugspotenzial ist.
Abweichungen können sich ergeben durch Exemplarstreung der Röhren, unterschiedlich hohe Anodenspannungen und unterschiedlich große Katodenwiderstände.
Ein Datenblatt der KT88 für A-Betrieb habe ich nicht gefunden.

Für die 6550 von RCA sind die Daten für A-Betrieb wie folgt:

Anodenspannung 250V
Anodenstrom ohne Ansteuerung 140mA
Anodenstrom bei Vollaussteuerung 150mA
Schirmgitterstrom ohne Ansteuerung 12mA
Schirmgitterstrom bei Vollaussteuerng 28mA
Ausgangsleistung 12,5W

Bei Gegentaktbetrieb gelten etwas andere Werte aber für 300V Anodenspannung liegen mir keine Daten vor.
10% Abweichung zwischen den Kanälen sind durchaus tolerabel, darüber würde ich mir keine Gedanken machen.

Gruß
Peter
 
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Re: Unison Research Sinfonia "ANNIVERSARY- Autobias

13. Okt 2020 21:39

Dumme Frage: Was bedeutet ein Ruhestrom von 92 oder 95mV? Handelt es sich da um einen Schreibfehler, d.h. wären mA gemeint? Oder befindet sich im Mess-Adapter ein Shunt-Widerstand, über den du den Spannungsabfall misst? Falls ja, wie gross ist dieser? 1 Ohm?

Mit automatischer Gittervorspannungseinstellung über einen Kathodenwiderstand sieht die Röhre nicht die volle Betriebsspannung, sondern "nur" die Spannung zwischen Anode und Kathode. Über dem Kathodenwiderstand dürften noch 20...30V abfallen.

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